Hankido Hapkido eine beindruckende Kampfkunst

Hankido


Der Begriff „hankido“ ist eine Kombination aus den Wörtern „hankook“ (dem koreanischen Wort für das Land Korea) und „hapkido“ und lässt sich in drei Bestandteile zerlegen:


Han: Korea, koreanische Kultur und Mentalität; dieser Bestandteil wird oft in altertümlicher koreanischer Schrift geschrieben


Ki: Ki, die innere Kraft


Do: Der Weg


Somit kann man die Bedeutung von „hankido“ wie folgt zusammenfassen: es ist der Weg der Koreaner, ihre innere Energie und Stärke zu entwickeln. Selbstverständlich ist hankido aber nicht nur für Koreaner. Menschen überall auf der Welt praktizieren diese Kampfkunst und profitieren davon.

 

Der Stellenwert des Hankido in der Geschichte der Koreanischen Kampfkünste

 

Ein großer Teil des Erbes der Koreanischen Kampfkünste ging durch die japanische Besetzung Koreas zwischen 1910 und 1945 verloren. Dies ist hauptsächlich zwei Faktoren zuzuschreiben:
1) die Japaner verboten die Ausübung koreanischer Kampfkünste;

2) während der späten Joseon-Periode rückten die traditionelle koreanische Kampfkünste sehr in den Hintergrund, da die Grundsätze der Neo-Konfuzianer vor allem eine geistige und weniger ein körperlich-kämpferisch Training befürwortete.


Nach der japanischen Besetzung blühten Kampfkünste wie hapkido oder taekwondo jedoch wieder auf und das Interesse an den alten koreanischen Kampftraditionen wuchs an. In den 1980ern begann Kuksanim Myung Jae Nam dann seine eigene Kampfkunst zu entwickeln: das hankido.

 

Entstehung und Entwicklung des hankido

 

Der größte Teil der Entwicklungsgeschichte, wie sie zuvor aufgezeigt wurde, ist ebenso für die Geschichte des hankido zutreffend. Sein Gründer, Myung Jae Nam (1938-1999), studierte während seiner Jugend eine traditionelle koreanische Kampfkunst, die Bezüge zu gakkisul und hapsikul aufweist. Später, als Myung Jae Nam bereits ein Meister im hapkido war, entwickelte er ein großes Interesse gegenüber dem japanischen aikido und hatte im Zuge dessen in den 1960ern einige Begegnungen mit einem japanischen Offizier und Ausübenden des aikido namens Hirata Sensei. Diese Begegnungen entzündeten das Interesse Myung Jae Nam’s am aikido und er begann die Techniken, die er gelernt hatte, zu trainieren und schließlich wurde er sogar zum koreanischen Repräsentant des japanischen aikikai.


1979 veröffentlichte er ein Buch mit dem Titel „hapkido“, das eine Mischung von Techniken des hapkido und aikido zeigt und auch Abbildung von Morihei Ueshiba, dem Gründer des aikido, verwendet. Darüber hinaus zeigt es bereits viele der modernen hankido-Techniken in einer noch etwas rohen Form.1980 schrieben dann zwei seiner Schüler, Kim Sang Deok (1939-1996) und Ko Baek Yong (geb. 1949), gemeinsam ein Buch mit dem Titel „Bi Jeon Hapkido“, in dem man ebenfalls den Mix von hapkido- und aikido-Techniken entdecken kann. Myung Jae Nam schrieb das Vorwort zu diesem Buch und viele berühmte Schüler dieser Zeit sind auf den Bildern zu sehen.
Nach einem vergeblichen Versuch im Jahre 1973, die existierenden hapkido-Organisationen unter der Überschrift „Korean Hapkido Association“ (K.H.A.) zusammenzufassen, gründete Myung Jae Nam 1974 seine eigene Organisation „Kuk Je Yeon Maeng Hap Ki Hwe“, besser bekannt als die „International Hapkido Federation“(I.H.F.).


Aber auch nach der Gründung seiner eigenen Organisation gab Myung Jae Nam seine Bemühungen um die K.H.A. nicht auf. Resultierend aus all den Problemen mit dieser entschied er dann aber, dass es besser wäre, sich von den bisher existierenden Organisationen zu distanzieren. 1981 schließlich beschritt er dann mit der I.H.F. seinen ganz eigenen Weg und begann, seine eigenen Kampfkunst zu entwickeln: hankido entstand. 1984 ist als das Geburtsjahr bekannt geworden. Hankido erlangte seine heute doch recht große Bekanntheit allerdings nicht von einem Tag auf den anderen, sondern erst nach und nach. 1988 waren Studenten der Polizei-Akademie die Ersten, die Übungen zum „hwan sang do bub“ und „ho shin ba’t ki“ demonstriert bekamen; im Juli 1989 wurden sie dann in einem offiziellen Seminar im Grand Park Hotel in Seoul in dieser Kampfkunst unterrichtet. Während dieser Zeit nahm dann auch das hankumdo als eine eigene Kampfkunst Gestalt an.
Obwohl Meister Myung Jae Nam bereits einige Bücher und Videos über das hankido veröffentlicht hatte und darüber hinaus durch viele Länder gereist war, um seine Kampfkunst zu demonstrieren, wurde hankido erst durch die Ersten H.K.D.- Spiele im Jahre 1990 und deren Fernsehübertragung in der ganzen Welt ein öffentliches Interesse zuteil. In den Jahren nach den Spielen besuchte Myung Jae Nam viele verschiedene Länder, um Werbung für Hankido zu machen.


1993 zog die Zentrale der von Meister Myung Jae Nam gegründeten I.H.F. von Seoul nach Gyeonggi-do, in den Süden von Seoul. Die neue Zentrale bestand aus Büroräumen, einem Restaurant, einem Wohnheim sowie einer großen Turnhalle und bot genug Platz für Studenten von überall aus der Welt, um dort zu trainieren. Während der dritten Spiele, 1997, die das erste Mal in der neuen Zentrale veranstaltet wurden, wurde dann hankumdo offiziell während der Eröffnungsfeierlichkeiten vorgestellt.

Meister Myung Jae Nam starb am 3. August 1999. Sein Grab befindet sich auf einem kleinen Hügel nahe der I.H.F.- Zentrale und kaum jemand, der diese besucht, kann sein Grabmal übersehen. Eine Büste von Kuksanim Myung Jae Nam erhebt ihren Blick über das Gelände nahe des H.K.D.-Trainingszentrums. Hankido-Schüler überall auf der Welt zollen ihren Respekt gegenüber dieser großartigen Person, deren Kampfkünste eine so entscheidende Rolle in ihrem Leben spielen.


Anrufen

E-Mail

Anfahrt