Eine Reise nach Südkorea

Leverkusen-Südkorea

Der Leverkusener Gerhard E. Hermanski war im Sommer 2005 vom südkoreanischen Minister Lee, Dae-Soon zu einer mehrwöchigen Bildungs- und Studienreise nach Südkorea eingeladen worden. Dieser Aufenthalt war verbunden mit einem Symposium an einer Elite Universität in Kwangju, der Demonstration koreanischer Kampfkünste sowie verschiedenen offiziellen Gesprächen mit Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Sport in den Städten Young Hae, Daegu, Muju, Kwangju, Namwon, Cheollabukdo, Seoul.

Juli 2005: Angekommen am koreanischen Weltflughafen Inchong ging es direkt weiter nach Pohang in den Ort Young Hae, an der Ostküste Südkoreas, zu einem dreitägigen Seminar bei Großmeister Heo, Hwan-In (10. Dan Hapkido) und Präsident des Weltverbandes für Hapkido. Am Ende des Seminars stand eine Danprüfung in der Gerhard E. Hermanski seine Prüfung zum 6. Dan Hankido-Hapkido und sein Schüler Tom Koellges, der ihn begleitete, seine Prüfung zum 2. Dan ablegte.

Im Anschluss daran bekamen die europäischen Besucher die Gelegenheit, “Wonderfull Muju” kennen zu lernen. Dies ist das neuste koreanische Kampfkunstprojekt, das nach einer Bauzeit von sieben Jahren in dem südkoreanischen Skiort Muju entstehen wird. Muju liegt im Südwesten von Korea und wird zukünftig das Kampfkunst-Mekka für koreanische Kampfkünste sein und Weltleistungszentrum für Taekwondo als olympische Sportart. Die Idee ist, dass sich die Kampfkunstwelt zu sportlichen Veranstaltungen in der Bergwelt von Muju, umgeben von wunderschönen, unberührter Natur, treffen wird. In Gesprächen mit dem Bürgermeister von Muju wurde deutlich, dass der Aufbau dieses Projektes mit staatlicher Unterstützung erfolgt.

Eine weitere Einladung führte die europäischen Gäste in die Stadt Gwangju-Südkorea, in der in der Zeit vom 18. Mai bis zum 27. Mai 1980 eine große Anzahl von Studenten sowie Frauen und Kinder während der Studentenaufstände ums Leben kamen.

Neben dem offiziellen Besuch der Gedenkstätte der Aufstände mit Blumenniederlegung gab es ein Symposium an der Honam Universität als würdigenden Rahmen für die europäisch-koreanischen Beziehungen.

Neben einem Vortrag aus Belgien, den Niederlanden sowie dem von Großmeister Seo Myung-Soo hielt auch Gerhard E. Hermanski einen solchen. Er ist der erste deutsche Kampfkunstexperte, der vor den Spitzenmännern der Kampfkünste, der Wirtschaft, dem Militär und der Politik an einer koreanischen Universität doziert.

Diese und alle anderen offiziellen Gespräche sowie die Besuche bei verschiedenen  Oberhäuptern aus Politik und Wirtschaft und der mehrtägigen Aufenthalt in buddhistischen Tempeln mit Gebet und Meditation waren der Rahmen der persönlichen Einladung von Minister Lee Dai-Soon, Präsident der Asia Taekwondo Federation und Taekwondo Promotion Foundation sowie Vizepräsident der World Taekwondo Federation, der diese einmalige Mischung aus Kultur, Begegnungen mit den Kampfkünsten sowie koreanischer Gastfreundlichkeit erst ermöglicht hat.

Herr Minister Lee hat über verschiedene Kampfkünste viele Kontakte in aller Welt und seit Jahren zu der in Europa lebenden Taekwondo-Legende Großmeister Seo, Myung Soo, der mit einer Deutschen verheiratet in den Niederlanden lebt. Im Frühjahr diesen Jahres war Herr Lee mit seiner Frau zu offiziellen Besuchen in den Niederlanden, in Belgien und Deutschland, wobei er und sein Begleiter Gäste der HKD-AKADEMIE-SEO in Leverkusen waren.

Unter der Überschrift „Feeling Korea“ waren Besuche an Plätzen, die tiefen Einblick in die koreanische Kultur und Geschichte gaben, genauso zahlreich, wie die vielen kulinarische Köstlichkeiten und festlichen Empfängen bei Bürgermeistern, Gouverneuren, Direktoren und Präsidenten verschiedener Organisationen und Universitäten sowie Großmeistern verschiedener Kampfkunstschulen. Die Vielfalt und Besonderheit der koreanischen Küche lockt trotz ungewohnter Geschmacksrichtungen immer wieder zu neuen Reisen.

Die Europäer hatten darüber hinaus ausreichend Gelegenheit ihre Fähigkeiten und Kenntnisse in den koreanischen Kampfkünsten zu demonstrieren. So zum Beispiel an der Honam Universität in Kwangju bei einem Potpourri  aus Taekwondo, koreanischem Tanz, Streetdance mit Kampfsportelementen, Taekwondodance und der Kampfkunst Hanguldo.

Hanguldo ist eine Synthese aus weichen und harten Techniken mit und ohne Waffen, die die Schriftzeichen der koreanischen Sprache einbeziehen - das Hangul.

Diese Kampfkunst ist eine durch Großmeister Seo, Myung-Soo entwickelte Kampfkunst, die der breiten Experten-Öffentlichkeit erstmalig in Kwangju im Rahmen des Symposiums präsentiert wurde. Diese Kampfkunst hat ihre Raffinesse darin, dass sie sich mit allen anderen Kampfkünsten verbinden lässt.

Selbst der koreanische Fernsehsender KBN, Korean Brodcasting Network, war mit Kammerteams dabei, um möglichst viele Eindrücke aus der europäisch-koreanischen Begegnung festzuhalten.

Ein weiterer Höhepunkt war der von Herrn Minister Lee  und seiner Frau durchgeführte private Empfang. Nur selten laden Koreaner ihre Gäste privat ein und öffnen dadurch einen sehr persönlichen Teil ihres Lebens.

Die aus europäischer Sicht mitunter recht komplizierten Umgangsformen stellen dabei eine besondere Herausforderung dar! Üblich ist es bei solchen Besuchen auch , persönliche Geschenke zu machen, die einen nationalen Bezug herstellen und in Korea bekannt sind. So war es für GM Hermanski selbstverständlich, „Solinger Klingen“ mitzunehmen oder auch „Jägermeister“ einzupacken, um dieser Tradition zu folgen.

Mit Leverkusen verbindet der Koreaner natürlich, wie soll es anders sein, den Fußballverein „Bayer Leverkusen“ - hat doch der Koreaner Bum, Kung-Cha einige Zeit für Leverkusen gespielt.

Bevor sich das „Europäische Team“ wieder Richtung Heimat bewegte, verbrachten alle gemeinsam drei Tage in Seon (Zen Tempel), wo Rituale und Zeremonien des Buddhismus zur täglichen Pflichtübung gehören. So mussten alle Europäer mit den Mönchen um drei Uhr in der Früh aufstehen, im Tempel an der Gebetsstunde teilnehmen, anschließend meditieren, bevor es dann gegen sechs Uhr zum Frühstück ging. Auch hier war der Einblick in Kultur und Mystik ein Erlebnis der besonderen Art. Die Tage waren anstrengend und doch erholsam.

Zum Schluss stand noch eine kleine Shoppingtour in der 10 Millionen Einwohner großen Stadt  Seoul auf dem Programm, um auch einige Souvenirs mit nach Deutschland zu nehmen die an diese fantastische Reise erinnern sollen, die erst durch Herrn Minister Lee Dai-Soon und Großmeister Seo Myung-Soo möglich wurde. (GEH)


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